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Ein Abendritual, das den nächtlichen Kampf verkürzt

Das Zubettgehen zieht sich fast immer aus demselben Grund: Das Kind weiß nicht, wie viel noch kommt. Eine feste Reihenfolge ist keine Disziplin, sondern Information. Wenn der Ablauf vorhersehbar ist, sinkt das Verhandeln von selbst.

Warum wirkt eine feste Reihenfolge?

Ein kleines Kind liest keine Uhr, erkennt aber eine Abfolge. Wenn das Bad immer vor dem Schlafanzug kommt und die Geschichte immer vor dem Ausschalten, weiß es ohne Erklärung, an welchem Punkt es steht.

Diese Vorhersehbarkeit senkt den Widerstand, weil sie die Ungewissheit beseitigt. Ein großer Teil des abendlichen Protests gilt nicht dem Schlafen, sondern dem Nichtwissen, wie lange es noch dauert.

Die Reihenfolge zählt mehr als der genaue Inhalt. Drei immer gleiche Schritte funktionieren besser als sechs, die sich je nach Tag ändern.

Wie ordnet man die Schritte des Rituals?

Von aktiver zu ruhiger, von hell zu dunkel. Bad und Zähneputzen an den Anfang, die Geschichte ans Ende, das Licht auf dem Weg dorthin herunter.

Der letzte Schritt sollte immer derselbe und kurz sein. Er ist das Schlusssignal, und wenn er jeden Abend wechselt, funktioniert er nicht mehr als Signal.

Drei oder vier Schritte genügen. Ein langes Ritual bietet mehr Verhandlungsfläche und dauert am Ende meist vierzig Minuten.

Wie stoppt man die Extrawünsche am Ende?

Indem man sie ins Ritual vorwegnimmt. Wenn das Wasser immer nach der Geschichte kommt, ist es kein Grund mehr aufzustehen.

Eine konkrete Grenze trägt weiter als eine offene: "eine Geschichte und eine Umarmung" lässt sich halten, "jetzt ist aber gut" wird jeden Abend neu verhandelt.

Wenn das Kind wieder aufsteht, wirkt eine kurze, langweilige Reaktion besser als eine lange Erklärung. Wortlos zurückbegleiten ist um zehn Uhr abends wirksamer als jedes Argument.

Wann sollten Kinder ins Bett?

Wichtiger als die genaue Uhrzeit ist, dass sie an allen Tagen ähnlich liegt, Wochenenden eingeschlossen. Wer samstags zwei Stunden verschiebt, zahlt am Sonntag dafür.

Wenn das Einschlafen schwerfällt, schauen Sie zuerst auf die Stunde davor: Bildschirme, helles Licht und wildes Spiel verlängern das Einschlafen mehr, als man denkt.

Die Zeit in Schritten von zehn bis fünfzehn Minuten vorzuziehen, klappt besser als eine große Umstellung auf einmal.

Was tun an Tagen, an denen das Ritual bricht?

Auf Reisen, an Geburtstagen und in ungewöhnlichen Nächten: Behalten Sie wenigstens den letzten Schritt. Die Geschichte allein genügt oft, damit das Kind das Signal erkennt.

Zurück zu Hause nehmen Sie das vollständige Ritual ab dem ersten Abend wieder auf. Kinder finden schnell zurück, wenn die Erwachsenen nicht neu verhandeln.

Und rechnen Sie mit schlechteren Wochen. Ein Rückschritt nach Krankheit oder Veränderung ist zu erwarten und bedeutet nicht, wieder von vorn anzufangen.

Häufige Fragen

Wie lange sollte das Ritual dauern?
Zwanzig bis dreißig Minuten reichen meist. Wenn es deutlich länger wird, gibt es in der Regel zu viele Schritte oder zu viele Gelegenheiten zum Verhandeln.
Soll ich bleiben, bis mein Kind eingeschlafen ist?
Das hängt von Alter und Familie ab. Wenn Sie bleiben, sollte es jeden Abend gleich und mit der Zeit weniger aktiv sein. Schwierig wird später vor allem die Hilfe, die sich ständig ändert.
Helfen Musik oder weißes Rauschen?
Als Schlusssignal ja, wenn es immer gleich und leise ist. Ungünstig ist es, wenn es mitten in der Nacht neu eingeschaltet werden muss.

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Dies sind allgemeine Informationen zur Erziehung, keine medizinische Beratung und keine Entwicklungsdiagnose. Wenn Sie sich um die Entwicklung Ihres Kindes sorgen, sprechen Sie mit Ihrer Kinderärztin oder einer Fachstelle.